Riders of Destiny

  • MICHAEL 1

    Diese Schwarzweiss-Fotos sind Arbeiten des indonesischen Fotografen Romi Perbawa. Er kam 2010 zum ersten mal nach Sumbawa, weil er von einer außergewöhnlichen Tradition dort gehört hatte.


    Photo Copyright by Romi Perbawa

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  • MICHAEL 2

    Seit Jahrhunderten gibt es auf Sumbawa Pferderennen. Aber das Besondere: Die Jockeys sind Kinder.

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  • ROMI 3

    Nachdem ich ein Rennen gesehen habe, ließ mich das Gesehene nicht mehr los. Ich habe die Kinder über 5 Jahre begleitet und veröffentlichte ein Fotobuch.

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  • MICHAEL 4

    Als ich auf Romis Bilder gestoßen bin, wollte ich mehr erfahren und nahm Kontakt zu Romi auf.


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  • MICHAEL 5

    Schon 2 Monate später brachen wir zu einer ersten Recherchereise auf. Mit dem Flieger nach Lombok und mit der Fähre weiter nach Sumbawa.


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  • ANSGAR 6

    Schon auf der Fähre sahen wir die ersten Rennpferde, auf dem Weg zu einem der zahlreichen Rennen.

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  • 7

    Im Hafen angekommen konnten wir ein besonderes Merkmal der Pferde auf Sumbawa erkennen:Wie unserer DoP Dom sind die Pferde hier eher klein gewachsen.

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  • DOMINIC 8

    Der erste Eindruck für uns war fast schon idyllisch. Typische Pferdewagen und Fischerboote in der Morgensonne.

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  • DOMINIC 9

    Romi nahm uns gleich mit zu den Familien, die er über die letzten Jahre begleitet hat. Wir konnten gleich sehen, wie eng das Verhältnis von Romi zu den kleinen Jockeys ist.

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  • ANSGAR 10

    Als wir das erste Rennen sahen, waren wir beeindruckt von den scheinbar furchtlosen kleinen Reitern.

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  • NADIA 11

    Mir lief es allerdings kalt den Rücken herunter: Die jungen Jockeys reiten barfuß und ohne Sattel oder besondere Schutzausrüstung.

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  • MICHAEL 12

    Die Rennen sind gesellschaftlich wichtige Event auf Sumbawa. Es geht hier nicht um Spaß sonder nur um den Sieg. Und natürlich Geld.

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  • ROMI 13

    Sumbawa gehört zu den ärmsten Regionen Indonesiens. Es gibt nicht viele Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Ein Feldarbeiter verdient kaum genug, um eine Familie zu ernähren.

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  • ROMI 14

    Die Fischerei wird häufig noch traditionell mit kleinen Booten betrieben. Nur wenige können davon leben.

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  • ROMI 15

    Außerhalb der Städte leben viele Menschen in Armut.

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  • NADIA 16

    Ima war erst drei, als wir ihn das erste mal filmten. Seine Familie lebt in einfachsten Verhältnissen in einer Hütte aus Holz. Die Hütten sind hoch gebaut, weil unterhalb des Wohnbereichs gekocht wird und weil es keine Kanalisation gibt.

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  • MICHAEL 17

    Die Jockeytradition wird von Generation zu Generation weiter gereicht. Imas großer Bruder ist Jockey, sein Vater war Jockey und auch sein Opa ist geritten.

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  • MICHAEL 18

    Ima wird in etwa 1-2 Jahren ebenfalls als Jockey arbeiten. Er trainiert schon seit er 2 Jahre alt ist.

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  • ANSGAR 19

    Wir sind mit möglichst übersichtlicher Technik unterwegs, um so wenig wie möglich zu stören. Deswegen arbeiten wir auch komplett ohne künstliches Licht.

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  • DOMINIC 20

    Trotz des Versuchs, unauffällig zu sein: Wo wir oder die Kamera auftauchen, dauert es nur wenige Minuten bis wir von Kindern umringt sind.

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  • NADIA 21

    Es war nicht so einfach mit unserer "Crowd" dokumentarisch zu arbeiten. Deswegen versuchten wir die Kinder vom Drehort fort zu locken.

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  • ANSGAR 22

    Besonders wenn wir Inerviews mchen wollten, mussten wir uns wirklich etwas einfallen lassen, damit wir etwas Ruhe hatten. Süssigkeiten dabei das "letzte Mittel".

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  • DOMINIC 23

    Wie so oft in Asien finden wir das beste Essen häufig direkt an der Straße. Mein absoluter Favorit ist Martabak, eine Art gebackenes Sandwich. Ich habe es meistens mit Banane und Schokolade gegessen.

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  • ANSGAR 24

    Wir haben wirklich gut gegesssen, wenn auch manchmal nicht alles.

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  • MICHAEL 25

    In Rideres of Destiny begleiten wir vor allem zwei junge Jockeys. Firman ist erst 5 Jahre alt, als wir ihn kennen lernen.

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  • MICHAEL 26

    Er wird von seinem Onkel trainiert und lebt bei ihm. Ein Haus aus Stein kann sich die Familie nur leisten, weil bereits drei Söhne der Familie als Jockeys arbeiten oder gearbeitet haben.

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  • DOMINIC 27

    Gemeinsam mit seinem Onkel und dessen Söhnen geht es zum Trainng nach Bima. Jeden Donnerstag und jeden Sonntag. Wenn keine Rennen sind.

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  • MICHAEL 28

    Beim Training bekam ich zum ersten mal einen Eindruck davon, was die jungen Jockeys wirklich leisten müssen. Die Pferde sind zwar relativ klein, aber aus der Nähe konnte ich spüren, was sie für eine Kraft besitzen.

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  • NADIA 29

    Die Jockeys sind mutig und tapfer. Während der "Arbeit" erleben wir einen fast schon professionell auftretenden 5-jährigen.

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  • MICHAEL 30

    Sila ist einer der erfolgreichsten Jockeys zur Zeit.

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  • MICHAEL 31

    Mit gerade einmal 7 Jahren verdient er das Geld für die gesamte Familie.

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  • ANSGAR 32

    Sila ist eine Art "Rising Star" und ein bisschen wirkt er auch schon so. Aber er ist ein guter Kerl.. ein richtiger kleiner Draufgänger.

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  • MICHAEL 33

    In Silas Familie ist es normal, dass die Kinder der Gefahr Jockey zu sein ausgesetzt sind. Denn Vater und Großvater waren ebenfalls Jockeys. Silas Vater ist bei jedem Rennen dabei und passt so gut es geht auf Sila auf.

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  • MICHAEL 34

    Bis zu 110 Tage im Jahr ist er mit seinem Vater unterweegs bei Rennen überall auf Sumbawa. Seine Mutter ist normlerweise nicht dabei. Aber am Telefon erkundigt sie sich, ob Sila auch genügend isst.

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  • ROMI 35

    Dadurch dass die Jockeys bei sovielen Rennen sind, verpassen sie sehr häufig die Schule. So verpassen die jungen Jockeys natürlich Chancen für eine bessere Zukunft.

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  • DOMINIC 36

    Die Kamera hatte wieder einmal magische Anziehungskraft.

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  • NADIA 37

    Dom und ich sind verheiratet und arbeiten fast immer zusammen. Wir versuchen dabei immer, die Dinge aus vielen Perspektiven zu betrachten. Dabei muss man nicht immer einer Meinung sein.

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  • MICHAEL 38

    Die Rennen sind wirklich gefährlich für die jungen Jockeys. Als ich das realisiert habe fragte ich mich, wie die Eltern ihre Kinder einer solchen Gefahr aussetzen können.

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  • MICHAEL 39

    Aber im Lauf der Recherche wurde mir klar, dass es für die Familien der Jockeys von Sumbawa Tradition ist und völlig normal ist, für den Sieg auf dem Pferd die Gesundheit zu riskieren. Um Geld für die Familie zu verdienen.

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  • ANSGAR 40

    Und das sind Preise bei den Rennen: Neben dem Verdienst eines Jockeys, gibt es auch Kühlschränke, Fernseher oder Kühe.

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  • ROMI 41

    Es geht bei den Rennen um viel Geld. Für die Veranstalter, die Pferdebesitzer und auch bei Wetten auf der Tribüne werden große Summen gesetzt.

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  • ANSGAR 42

    Die Leidtragenden sind leider die jungen Jockeys. Immer wieder passieren Unfälle.

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  • ANSGAR 43

    Wir haben Firman häufig stürzen gesehen. Es war furchtbar mit anzuschauen und wir fragten uns, ob es richtig ist, was wir hier tun. Wir beschlossen, dass wir den Film fertig machen, aber dass er dann auch etwas bewirken muss.

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  • MICHAEL 44

    Firman blieb zum Glück von schlimmen Verletzungen verschont. Doch schlimme Verletzungen sind an der Tagesordnung. Brüche und Kopfverletzungen. Und es gab leider auch schon Todesfälle.

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  • DOMINIC 45

    Wir haben tragische Geschichten entdeckt, wie das Schicksal von Sharul, der nach einem Sturz halbseitig gelähmt ist. Die Jockeys auf Sumbawa sind sich dessen nicht bewusst, aber sie werden ausgebeutet.

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  • MICHAEL 46

    Unser Film beschäftigt sich damit, was getan werden kann, damit diese jungen Reiter eine bessere Zukunft haben. Ein einfaches Verbot der Rennen würde hunderten Familien ihre Lebensgrundlage entziehen.

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  • MICHAEL 47

    Viele der Kinder lieben die Pferde. Und sie reiten gern. Romis und unser Ziel ist es, einen Weg zu finden, die Situation der Jockeys zu verbessern, ohne komplett mit der Tradition der Rennen zu brechen.

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  • ANSGAR 48

    Sila und Firman haben sich während der Dreharbeiten zum Glück nicht ernsthaft verletzt. Dieser Film soll dazu beitragen, dass sie eine Chance auf Bildung bekommen und damit einen Ausweg aus ihrem scheinbar vorbestimmten Schicksal.

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